Ein Kapitel aus meinem Leben möchte ich hier noch erzählen. Im Frühjahr 2017 beendete ich mein Master-Studium und begann nach einem dreimonatigen Praktikum im Sommer eine Promotion in der Physik. Anfang des Jahres hatte ich mich nach drei Jahren schwieriger, mich zermürbender, On-Off-Beziehung von meiner Freundin getrennt. Das hing mir noch nach, denn ich hatte nie gedacht, dass ich jemals derjenige sein würde, der eine Beziehung beendete. Der emotionale Stress war sehr groß in mir – und mein Körper reagierte darauf. In den Sommersemesterferien arbeitete ich als Mitarbeiter bei einer Freizeit mit – aber nach jeder Mahlzeit ging es mir körperlich sehr schlecht. Ich fühlte mich unwohl, mein Kopf war wie in Watte gepackt („Brain fog“), ich hatte Schmerzen im Magen und Kopf. Wäre ich kein Mitarbeiter gewesen, wäre ich bereits in den ersten Tagen wieder abgereist, so schlimm war es.
Direkt nach der Freizeit machte ich mich auf die Suche nach den Ursachen. Eine Magenspiegelung, medizinische Tests und dann das Führen eines Essenstagebuchs brachten eine Fruktoseintoleranz und eine Histamin-Unverträglichkeit zutage. In den folgenden Monaten war ich bei einer Ernährungsberaterin und stellte mit ihrer Hilfe meine Ernährung um. Ich aß ab da selbstgebackenes Brot, selbstgebackenes Müsli und insgesamt Histamin- und Fruktose-arm. Zu Freunden oder mehrtätigen Veranstaltungen brachte ich mein Essen meist selbst mit, manchmal wurde für mich separat Essen gekocht. Morgens schmerzte mir oft der Magen, und wenn dieser zu sehr schmerzte, dann übertrug sich das wie eine Art Brennen auch auf meinen Kopf. Meine Denk-Geschwindigkeit fühlte sich gedrosselt an und ich war immer wieder emotional ausgeknockt. Das war besonders stark der Fall, wenn ich mit dem Essen nicht gut aufpasste, oder der Stresspegel zu hoch war.
Das ging sechseinhalb Jahre lang so, in variierender Intensität. In dieser Zeit beschäftigte ich mich weiter mit meinem Inneren, da ich davon ausging, dass da ein psycho-somatischer Zusammenhang sein musste. Daneben beteten häufig Menschen für mich und dafür, dass Gott mich heilte. Anfang 2024 war ich dann auf der Hochzeit eines Freundes. Am Abend der Hochzeit war ich körperlich bereits angeschlagen gewesen. Sonntags, am Tag danach, nach dem Frühstück crashte dann mein Körper. Ich legte mich ins Bett mit Schüttelfrost und 40°C Fieber. Ich schlief einige Stunden und begann dann, halb im Delirium, zu beten. Angeregt von einem Podcast auf der Fahrt zur Hochzeit tags zuvor stellte ich Gott die Frage: Was noch? Was ist da noch? Diese Frage stellte ich immer weiter, da mir verschiedene Situationen aus der Vergangenheit, bis hin zu meiner Kindheit, ins Gedächtnis kamen. Die meisten der Situationen hatte ich in den Jahren bis dahin bereits durch die Bücher zu Seelsorge behandelt, aber bei einer Situation kamen mir zusätzliche Informationen in den Kopf, zu denen ich bis dahin keinen Zugang gehabt hatte. Ich wusste, was ich mit den Gedanken tun sollte, vergab nochmal Personen und bat selbst Gott um Vergebung, wo ich mich anderen Gegenüber verschuldet hatte. Mit der Kraft, die von Jesus kommt, schnitt ich, bildlich gesprochen, im Gebet noch eine Sache ab, wo ich mich wie gefesselt fühlte. In dem Moment löste sich etwas in meinem Magen und ich vermutete, dass ich befreit worden war von den Intoleranzen. Das war ein emotionaler Moment, der mich weinen ließ. Ich war zu schwach, um sie zu rufen, aber als meine Frau zu mir kam, erzählte ich ihr, was in den vergangenen ein bis zwei Stunden in mir vorgegangen war. Und dann testeten wir direkt vorsichtig mit Tomaten, ob und wie mein Körper reagierte. Und tatsächlich zeigte er die vorherigen Symptome nicht mehr. In den nächsten Tagen aß ich allerlei Essen, das ich die Jahre davor nicht essen konnte. Manchmal fühlte sich der Magen noch etwas unwohl mit der ungewohnten Kost, aber die Schmerzen im Magen und die Symptome im Kopf, dass der sich wie in Watte gepackt anfühlte o.ä., waren komplett weg. Gott hatte mich von den Intoleranzen geheilt! Mega. Absolut wunderbar.
Am schönsten war es, danach einfach mit Freunden gemeinsam essen zu können und Teil der Gemeinschaft zu sein, ohne ein separates Essen, eine Extrawurst, zu benötigen. Diese besondere Heilung feierte ich auch mit etwas gutem Essen mit meinen Kollegen bei der Arbeit.
In der Zeit seitdem schwankt meine Magen-Verfassung immer wieder, und Allergien, die ich seit der Kindheit habe, sind weiterhin da – aber die krassen Symptome im Kopf, die ich aufgrund der Histamin-Unverträglichkeit hatte, sind weiterhin weg. Danke, Gott!
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