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Lässt Gott die Welt einfach laufen? Oder kann ich ihm nahe kommen?

Mit 13 Jahren kam dann die Konfirmation, besser gesagt der Konfirmandenunterricht in der evangelischen Landeskirche. Ich war schon damals ein gewissenhafter Mensch, und so entschied ich mich, dass ich vor meiner Konfirmation einmal die Bibel durchlesen wollte, um sicherzugehen, dass ich auch hinter dem stehe, was ich vorgebe zu glauben. Ob ich das in der Zeit schaffte, das weiß ich nicht mehr so genau. Ich glaube schon.

Für mich war gesetzt, dass Gott real existiert, aber eine Frage beschäftigte mich: Hat Gott unsere Welt geschaffen und lässt sie seitdem (weitestgehend unbeeinflusst) ihren Lauf gehen, oder interessieren ihn die Menschen? Und wenn er tatsächlich persönliches Interesse an Menschen hat – und damit auch an mir – wie nah kann ich ihm kommen? D.h. kann ich ihn fühlen und erleben? Redet/Kommuniziert er auch mit mir, wie mit so einigen Hauptpersonen in der Bibel?

Auf diese Frage hatte ich sehr lange keine Antwort. Und wie nah wir Menschen Gott wirklich kommen können, das frage ich mich weiterhin, auch wenn ich schon viele Erlebnisse hatte, die ich als „Nähe Gottes“ bezeichnen würde.

Einschneidend war für mich ein Erlebnis einige Monat vor meiner Konfirmation. Im Herbst 2004 war eine Gruppe von Christen, ich glaube von einer Bibelschule, für eine Woche zu Gast in unserer Kirche. Sie sprachen jeden Abend über grundlegende Fragen des Lebens und des Glaubens. Ich erinnere mich an Abende zum Thema „Was ist der Sinn des Lebens?“ und „Warum lässt Gott Leid zu?“. Ich war an den meisten der fünf Abende anwesend. Am letzten Abend gab es eine Einladung an alle Anwesenden, Gott ins eigene Leben einzuladen und sich ihm anzuvertrauen. Jeder der wollte, konnte nach vorne kommen und als Symbol für diesen Schritt eine Kerze anzünden. 

Und ich? Ich saß in der Kirchenbank und mir gingen viele Gedanken durch den Kopf. Einige davon waren sehr klar und heute würde ich sagen, dass damals Gott zu mir gesprochen hat. Das so zu benennen kam aber erst viele Jahre nach der Begebenheit. Die Gedanken waren kurz gefasst die folgenden: „Ich bin recht schlau und kann sicher eine gute Karriere, eine Familie, ein Haus etc. haben. Aber: das hätte keine tiefere Bedeutung. Wenn ich Gott meinen Gott sein lasse“ – und das hatte ich verstanden, dass er das sein möchte – „dann wird er mehr aus mir machen, als ich mir vorstellen kann.“ Das bewegte mich. So ein Leben mit Bedeutung, das wollte ich. Also traf ich damals bewusst zum ersten Mal die Entscheidung, mein Leben in Gottes Hand zu geben und ihn meinen Gott sein zu lassen. 4-5 Monate später, im März 2005, bestätigte ich dann meinen Glauben nochmals in der Konfirmation.

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