Bei unserem FSJ-Start-Seminar in Neumünster nahm der Teamleiter meines FSJ-Teams, Daniel, mich und meine Team-Kolleginnen einmal nachmittags mit in einen Park. Dort setzte er sich neben einen wildfremden Mann mit Gitarre und begann ein Gespräch mit ihm. Wir anderen drei saßen auf dem Boden vor ihnen, beobachteten und staunten, wie er ganz natürlich eine Beziehung zu dem Mann aufbaute. Ich fand das stark und wollte das selbst auch ausprobieren.
Ein paar Tage nach der ersten Begegnung fragte ich Daniel, ob er mit mir noch einmal so etwas machen würde. Also gingen wir zusammen in den Park und er ließ mich Menschen ansprechen. Das kostete mich einige Überwindung, aber es reizte mich, mit fremden Menschen ins Gespräch zu kommen.
Nach dem Seminar, dann in Dresden, hörte ich nicht auf damit. Ich war angefixt. Und so ging ich in den Alaunpark in der Dresdner Neustadt, um Menschen kennenzulernen. Dort traf ich insbesondere Menschen aus der Punk- und Gothic-Szene, die dort gerne abhingen und redete mit ihnen häufig buchstäblich über Gott und die Welt. Beim ersten Mal stand ich lange da, beobachtete die Menschen aus einer Distanz und rang mit mir, ob ich mich wirklich traute, sie anzusprechen. Es half mir zu sehen, wie sie ihre Zigaretten und ihr Bier miteinander teilten und sehr freundlich miteinander umgingen. So ging ich hin, fragte sie, ob ich mich zu ihnen setzen dürfe, und hatte gute, tiefgehende Gespräche. Am Ende ging ich mit einem breiten Grinsen und Freude im Herzen aus der Gruppe weg.
Solche Gespräche suchte ich in den folgenden Wochen und Monaten immer wieder. Dabei musste ich merken, wie viel meines Glaubens reine Theorie, reines Wissen, war, und wie wenig ich Gott tatsächlich „erlebt“ hatte.
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